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Wie beeinflusst die Rasse das Verhalten? Der Husky

Hunderassen unterscheiden sich nicht nur im Aussehen.

Sie unterscheiden sich auch sehr in ihrem Verhalten. Diese passen oft zu den Aufgaben für die sie gezüchtet wurden.

 

Der erste Teil behandelt den Husky


Herzlich willkommen zu meinem Blog! Ich will im ersten Eintrag die Besonderheiten im Charakter von drei beliebten Hunderassen auf die Aufgaben zurückmünzen, für die sie gezüchet wurden. Das hilft häufig den richtigen Umgang mit Husky, Labrador und Border Collie zu finden.

 

So wurde der Husky gezüchtet, um bei der Jagd zu helfen und Schlitten zu ziehen. Dem Sibirischen Husky kommt beim ziehen eine besondere Aufgabe zu: Er ist der Fährtensucher, der ganz vorne läuft und den sichersten Weg für das Gespann finden muss. Er ist kleiner und leichter als der starke Malamut. Seine Richtungswechsel und Reaktionszeit sind schneller. Außerdem kann er sich besser herausrappeln, wenn er doch einmal im Eis oder in Schneewehen einsinkt.

 

Warum ist der Sibirische Husky so dickköpfig?

 

An den Entscheidungen des Sibirischen hängt das Wohl und Wehe des Gespanns. Er muss also sowohl entscheidungsfreudig als auch -stark sein. Der Schlittenführer verzichtet zumeist darauf ihm Befehle zu geben. Er gibt nicht einmal ein Stopp-Signal. Er haut nur die Bremse rein. Als vorderster im Gespann nimmt der Sibirische zudem die Führungsposition im Rudel in Anspruch. Da er jedoch der kleinste ist muss der bereit sein sie mit größtem Ehrgeiz zu verteidigen. Entsprechend ist er mit überbordenem Mumm ausgestattet.

 

Wie bekommt man einen geborenen Boss in den Griff?

 

Husky-HalterInnen sind treue Kunden der Hundecoachs. Die geballte Eigensinnigkeit und Dominanz des des Sibirischen sorgt im Alltag der Besitzer oft für Ärger. Andere Hundebesitzer zeigen oft wenig Verständnis für die sehr ruppige Natur des Huskys. Als eine der am ursprünglichsten gebliebenen Hunderasse, ähnelt er in vielem dem Wolf. So empfindet der Husky fremde Hunde im Zweifelsfall eher als Konkurrenten, denn als Spielkamerad.Ein anderer Punkt ist das Weglaufen. Der Husky nimmt gerne viel Raum für sich in Anspruch und ein "Bei Fuß" interpretiert er lieber als Verhaltens-Empfehlung, denn als Befehl. Wie auch der Labrador und der Collie ist der Sibirische ein Arbeitshund und man kann ihm dieselben Befehle ebenso schnell beibringen, nur wird er sich nie so gut daran halten, wie die anderen. Für einige Aufgaben ist er auch gänzlich ungeeignet. Er gäbe wegen seines impulsiven Temperaments, Bewegungsdrangs und starken Jagdtriebs nur einen sehr schlechten Blindenhund ab. Wenn man bereit ist sich auf Kompromisse bei der Erziehung einzulassen, kann man ihn jedoch im Alltag ganz gut händeln.

 

Wie man am Befehl "Komm" verzweifeln kann

 

Ich habe ein Jahr darauf investiert meinem Husky ein Stopp beizubringen. Unter reizarmen Bedingungen klappte der Befehl schon bald sehr gut, aber sobald mein Husky einen fremden Hund traf oder ein Wildtier sah gab er sich taub. Vor allem anderen wollte er klarstellen, dass er der Boss war. So kam es öfters zu regelrechten Duellen. Je größer der Gegner, desto größer war sein Wunsch auf eine Kraftprobe. Zur Rauferei aber kam es nur, wenn der andere sich provozieren ließ und mein Rüde war sehr provokant, wenn er seine Schnauze auf die Schultern des anderen Rüden legte und wartete bis dieser aufgab oder los legte.

 

Die Lösung war ein Kompromiss: ich begriff, dass mein Hund einem fremden Hund nie den Rücken zu drehen würde. Ich begriff auch, dass jede Kraftprobe mit meinem Hund eine erschöpfende Sache würde. Auf seine Unterwerfung kann man mitunter Jahre warten.Ich hatte jedoch beobachtet, dass er sich beim Anblick eines potentiellen Gegners, bzw. Paarungspartners sofort hinlegte und nutzte das für mich aus. Wir viele Geduldsspiele ein und schließlich war ich in der Lage ihn in der Liegeposition verharren zu lassen, bis ich nah genug gekommen war, um ihn an die Leine zu legen (außer der fremde Hund kam auf unter einen Meter heran, bevor ich meinen Hund am Halsband hatte).

 

Anfangs fragte ich bequemlichkeitshalber gerne schon von weitem, ob der entgegen kommende Hund ein Rüde oder Weibchen sei. War es ein Weibchen konnte ich meinem Husky das Signal geben den anderen Hund zu begrüßen. Das ließ ich jedoch bald wieder sein, nachdem mein Husky herausgefunden hatte die Antwort des anderen Besitzers zu verstehen. Vernahm der die Worte "Männchen", "Rüde" oder "Junge" in der Antwort des Besitzers sprang er dann verfrüht auf und startete sein Duell, ganz egal was ich befahl.

 

(Mein Husky war durchaus ein Extremfall, denn er hatte fünf Vorbesitzer gehabt, die ihn alle aufgegeben hatten, bevor ich ihn mit 15 Monaten übernahm. Er war während seiner Prägezeit sich zumeist selbst überlassen gewesen. Umso charakteristischer zeigte sich an ihm das Wesen des Sibirischen).

 

Kompromisse aushandeln mit einem Basarhändler

 

Fazit: Dem Husky darf man keinen Ungehorsam oder Masochismus vorwerfen. Er wurde ihm angezüchtet. Man kann gut mit ihm auskommen, wenn man viel Empathie besitzt und zu Kompromissen bereit ist, d.h. seinen Anforderungen an eine Situation gerecht wird. Die Erziehungsmethode "Tauschhandel" ist bei ihm der einfachste und nachhaltigste Weg. Dabei tauscht man ein Interesse gegen ein anderes. Im oben genannten Fall durfte mein Rüde ohne Leine laufen und auch Weibchen umschmeicheln, wenn er mir die Gelegenheit einräumte ihn (ohne Gesichtsverlust) von einem Duell abzuhalten. Aber Vorsicht: Der Husky hält sich zwar gerecht an einen Kompromiss, aber er zieht einen beim Aushandeln gerne über den Tisch.

 

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