Entspannt an der Leine

1. Bei Fuß gehen lassen

2. Die Leine locker hängen lassen

3. Entspannen

Dieser Welpe zieht. Ein paar Wochen später ging er ganz selbstverständlich bei Fuß.

Mit einem Hund der zieht lässt sich nicht entspannt spazieren gehen. Je nach Kraft kann es sogar zu Arm- oder Rückenschmerzen kommen. Wenn Sie ein Halsband verwenden, wird auch der Hund wenig Vergnügen am Würgegefühl haben. Doch selbst die berüchtigten Würgehalsbänder schaffen keine Erleichterung. Der Stress bleibt, wenn man dauernd vor und zurück schauen muss, damit nicht irgendein Mensch über die gespannte Leine fällt. Dabei ist es nicht nur sicherer, wenn der Hund entspannt neben einem her trottet, sondern auch angenehmer. Vor allem ist es dem Hund leichter beizubringen, als man so denkt.

1. Den Hund bei Fuß gehen lassen

Das Training beginnt mit dem Bei-Fuß-Befehl: Wir rufen fröhlich den Hund beim Namen, dann den Befehl: "Brutus, Fuß!". Und ja, wir stellen ihm erst einmal eine Belohnung in Aussicht, verstecken sie dann aber in der Zeige-Hand. Wenn er parallel zu unserem Bein steht, bekommt er das erste Mal Lob und Belohnung. Im zweiten Schritt soll er bei Fuß gehen: wir zeigen eine neue Belohnung (falls sich der Hund nicht für Futter interessiert, kann man auch ein Spielzeug verwenden) und gehen mit dem Zeige-Finger Richtung Boden weisend vorwärts. Der Befehl wird dabei nicht wiederholt. Der Hund wird stattdessen mit der Anfeuerung "Ja . Ja . Ja"  bei der Stange gehalten. Sie bleiben schließlich stehen und sagen "Brutus sitz!" und loben und belohnen ihn. Diese Übung wiederholen Sie einige Male pro Spaziergang mit größer werdenden Entfernungen. Klingt einfach? Ist es auch!

2. Die Leine locker lassen

Im zweiten Schritt nehmen wir die Leine hinzu. Wir befestigen sie am Hund und gehen in die Standardposition (Hund neben uns sitzend, Augen nach vorn). Sie bietet den besten Griff, um den Hund festzuhalten (komme was da wolle) und sie erlaubt uns den Hund auf der Seite zu führen. Ein Wechseln zur anderen Seite wird dem Hund nicht erlaubt. Die Leine sollte nicht am Hund zerren, sondern mit ihm "sprechen". Sie erreichen dies durch "Zuppeln" an der Leine, wenn dern Hund anfängt auf "Dauerzug" zu gehen. Sie können ihn dann entweder in die Bei-Fuß-Stellung zuppeln, besser wäre es jedoch ihn dahin zu fordern. Jeden Schritt, den der Hund freiwillig geht ist ein Schritt zum entspannten Gehen an der Leine. Ziel ist es die Leine so Stück für Stück ohne Zug hängen zu haben. Sie verwenden idealerweise einen einsilbigen scharfen Befehl (Fuß!) und leiten Sie den Befehl, wie oben beschrieben, mit dem Namen des Hundes ein. Verzichten Sie bis aufs Lob auf eine Ansprache des Hundes. Auch hier beginnen Sie mit kurzen Distanzen, die Sie Stück für Stück ausweiten. Damit der Hund die Freude an den Übungen behält, achten Sie auf Signale der Erschöpfung. Nach einer kurzen Pause mit ein paar einfacheren Übungen wie "Sitz" und "Warte" (die er bereits sicher beherrscht) nehmen Sie das Training wieder auf. Sie beenden das Training, wenn es gerade richtig gut läuft, indem Sie den Hund belohnen und ihm Ihre leeren Hände zeigen. Was er von nun an tut, tut er nach seinem Gusto. 

3. Entspannen

Die Übungen klingen einfach und lassen sich gut im Alltag integrieren. Trotzdem rate ich von einem reinen Selbstversuch ab. Viele Besitzer neigen dazu die Übung zu überreizen. Entweder sind sie so begeistert von ersten Erfolgen oder so verärgert von Misserfolgen, dass sie dem Hund jede Lust rauben, es noch einmal zu versuchen. Zudem kommt man nur sehr langsam voran und man muss die Signale des Hundes sehr genau lesen können.  

Mit wie vielen Coaching sollte ich rechnen?

Es hängt sehr stark davon ab, wie erfahren und einfühlsam der Halter ist. Und es hängt natürlich auch stark davon ab, wie oft die Übungen durchgeführt werden. Die Bandbreite reicht von 3 - 5 Stunden.